Wann macht es Sinn, sich dem Vergleich zu stellen?

Von: Lena ÖzmanSchülerredaktion
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Tauziehen um Sieg und gute Erfahrung fürs Leben: Schüler im Wettbewerb. Foto: Emil Umdorf

Aachen. Schülerwettbewerbe boomen. Ob Jugend forscht, Mathe-Olympiade oder der deutsche Gründerpreis – die Liste an Schülerwettbewerben ist lang. Roboter-Wettbewerb oder Umweltpreis, in den letzten Jahren ist die Anzahl der Wettbewerbsmöglichkeiten für Schüler gestiegen, und es kommen immer neue, teils ausgefallene Themengebiete hinzu. Es ist also für jeden der passende Wettbewerb dabei, könnte man meinen.

Bevor es jedoch an die Auswahl geht, sollten Schüler sich zusammen mit Eltern und Lehrer überlegen, ob eine Teilnahme überhaupt das Richtige ist. Denn hinter jedem Wettbewerb steht nicht nur die Frage des Gewinnens oder Verlierens, sondern auch die wochenlange Arbeit und die Hoffnung der Schüler.

Und nicht nur sie fiebern dem Ergebnis entgegen, sondern auch motivierte und stolze Eltern – und Eltern, die im Fall einer Niederlage getröstet werden müssen, sind das letzte, was Jugendliche brauchen.

Studien belegen, dass das menschliche Gehirn erst im Alter von etwa 18 bis 19 Jahren wettbewerbsfähig wird. Erst dann ist das Gehirn zur Selbstkritik einsatzbereit. Erwachsene können sich innerlich leichter von Misserfolgen in Wettbewerben distanzieren, Kindern oder Jugendlichen fällt das wesentlich schwerer. Schüler sollten sich also die Tatsache bewusst machen, dass eine Teilnahme an einem Wettbewerb auch zur Folge haben kann, dass sie am Ende nicht die strahlenden, glücklichen Sieger sind.

Eine andere Seite

Schülerwettbewerbe haben natürlich auch eine andere Seite: Sie fordern Schüler ganz anders heraus, als es der Unterricht je könnte. Es werden Kompetenzen erprobt und erweitert. Teilnehmer finden sich in Situationen wieder, die der Realität nach dem Schulleben schon sehr entsprechen. In der Schule, wo Pädagogik und Gleichheit groß geschrieben werden, kann jeder ein guter Schüler sein. Im Wettbewerb gewinnt nur einer. Hier bewerten unabhängige Experten, die nur auf Ergebnisse schauen und eben mit Leistung überzeugt werden müssen.

Auch wenn der Erfolg ausbleibt, können die Schüler jedoch zumindest lernen zu verlieren. Es ist eine Aussicht auf das „Erwachsenenleben“. Die Frage ist: Was kann man Schülern zumuten? Die Gefahr einer Niederlage und die damit verbundene Enttäuschung oder die Chance, an persönliche Grenzen zu gehen, um das Beste aus sich herauszuholen? Ein Wettbewerb macht jedenfalls nur Sinn, wenn der Schüler bereit dafür ist.

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