Stolberg/Eschweiler - Raus aus dem Betrieb, rein in die Ferne

Raus aus dem Betrieb, rein in die Ferne

Von: Markus Bienwald
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Während der Berufsausbildung ins Ausland: Für viele junge Leute ist das eine Chance, die eigenen Grenzen zu testen und zu erweitern. Die EWV unterstützt ihre Auszubildenden dabei, wenn sie ein Praktikum an einem anderen Ort auf dem Globus absolvieren möchten. Foto: contrastwerkstatt
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Ich bin dann mal weg: EWV-Ausbildungsleiter Ingo Malejka hat Jessica Lauscher (links) ein Praktikum in Finnland ermöglicht. Julia Jung möchte für zwei Wochen nach England. Foto: EWV/Bienwald

Stolberg/Eschweiler. Bei Studierenden sind Auslandssemester schon fast ein „Muss“ während ihrer Studienzeit. Die EWV Energie- und Wasser-Versorgung GmbH unterstützt jetzt aktiv den Wunsch nach Auslanderfahrung bei ihren Azubis. Dank des EU-Programms „Erasmus Plus“ und des Angebots der EWV, die reguläre Ausbildungsvergütung auch während eines mehrwöchigen Praktikums im Ausland durchlaufen zu lassen, ist es für Auszubildende eine schöne Gelegenheit, nicht nur den Horizont zu erweitern. „Natürlich fördert das Ganze auch die Eigenständigkeit der Azubis“, weiß Ausbilder Ingo Malejka, der für die kaufmännischen Ausbildungsberufe bei der EWV zuständig ist.

Die EWV unterstützt die Aktion indem sich die Azubis das Okay für den Aufenthalt abholen und weiterhin ihre Vergütung bekommen. „Um den Rest kümmern sich die jungen Leute selbst“, sagt Ingo Malejka. Und das ist eine Liste von Dingen, die von der Wahl des Landes über die Kontakte zu den Firmen im Ausland, die An- und Abreise, Unterkunft und die Verpflegung vor Ort reicht. Die EWV-Auszubildende Jessica Lauscher erlebte vor gut zwei Jahren ihr Auslandspraktikum.

Eine 3000-Seelen-Gemeinde

Rautalampi war ihr Ziel, eine 3000-Seelen-Gemeinde mitten in Finnland. „Den Kontakt habe ich über meine Berufsschule und private Beziehungen hergestellt“, berichtet sie. Gearbeitet hat sie in einem innovativen Unternehmen für ergonomische Büroeinrichtungen. „Mit dem Chef hatte ich gleich eine gute Vertrauensbasis“, erzählt sie. Vier Wochen durfte sie im finnischen Unternehmen arbeiten.

Dabei waren die Sprachbarriere und auch die Landschaft zwei Punkte, an die sie sich heute noch gut erinnert. „Meistens kam man mit Englisch gut weiter, aber wenn mein Gegenüber kein Englisch konnte, halfen nur noch Hände und Füße“, erzählt sie lachend.

Die Landschaft hat sie beeindruckt: „So viele Seen und Natur, das war schon schön.“ Aber die Kehrseite davon waren teils lange Wege zum nächsten Supermarkt. „Ich musste mich ja selbst versorgen, da war ich froh, wenn ein Kollege mich mit dem Auto mitgenommen hat.“

Sicherlich sind es auch solche Dinge, die zu dem positiven Fazit von Jessica Lauscher zu ihrem Auslandsaufenthalt während der Ausbildung beigetragen haben: „Man wird selbstständiger, gewinnt an Selbstvertrauen und kommt am Ende gestärkt nach Hause.“ Das sind alles Punkte, die Julia Jung noch erleben möchte. Denn die EWV-Auszubildende interessiert sich für ein zweiwöchiges Auslandspraktikum im englischen Dudley. Dort plant sie während der kommenden Herbstferien den Besuch eines Colleges, das so ähnlich wie unsere Berufskollegs arbeitet. „Da gibt es schon ein bisschen was zu organisieren“, unterstreicht Julia, „aber ich habe eine nette Lehrerin, die mir dabei hilft.“

Neben der Arbeit im Vorfeld und den vielen neuen Eindrücken, freut sich Julia auf die Erfahrung, beim Auslandspraktikum dabei zu sein: „So eine Chance bekommt man nicht noch einmal. Man kann die eigenen Grenzen testen, denn schließlich ist man ja komplett auf sich selbst gestellt.“ Und das passt genau zur Idee, die Eigenverantwortung zu steigern, die hinter der Unterstützung durch die EWV steht. „Der Azubi hat davon wirklich etwas“, ist Ingo Malejka überzeugt.

Etwas Urlaub opfern

Die einzigen Voraussetzungen für die Teilnahme sind neben dem Organisationstalent und dem Willen, sich selbst der Herausforderung zu stellen, natürlich auch die Bereitschaft, das Ganze zu planen und auch etwas Urlaub dafür zu opfern. „Wir können unsere Azubis natürlich nicht für die ganze Dauer freistellen“, weiß Malejka, „aber bisher waren alle, die das Auslandspraktikum wahrgenommen haben, überzeugt, dass dies sinnvoll investierte Zeit ist.“ Für Vertriebsleiter Axel Kahl kommt am Ende noch ein weiterer Punkt hinzu, den Personalchefs so gerne unter den sogenannten „weichen Faktoren“ verbuchen, die für einen Mitarbeiter sprechen. „Als regionales Dienstleistungsunternehmen freuen wir uns natürlich über Mitarbeiter, die auch mal über den Tellerrand hinausblicken, und dann ihre Erfahrungen in positive Energie für das tägliche Handeln umsetzen“, schließt Kahl.

So wird das Auslandspraktikum von einer einmaligen Gelegenheit zum Wendepunkt, der sich im ganz persönlichen Lebenslauf und im täglichen Arbeitsalltag sehr positiv einsetzen lässt. Dass das auch während einer ganz normalen Ausbildung in einem regionalen Unternehmen möglich ist, zeigt die Flexibilität und Ausrichtung auf die Zukunft, die bei der EWV bei der Ausbildung eine große Rolle spielt.

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