Mädchen können nicht Fußball spielen. Unser Talent heißt Ausdauer!

Von: Ein Kommentar von Lena Özman, Mitglied der Schülerredaktion
Letzte Aktualisierung:
11165393.jpg
Lena Özman

Mädchen, Jungs und Sportunterricht passen einfach nicht zusammen. Nur maximal zwei der drei Begriffe sind kompatibel. Wir mögen zwar Sport an sich, aber anders. Wir gehen ins Fitnessstudio, um abzunehmen oder zum Zumba, um Spaß zu haben.

Schon früh wird uns beigebracht, dass wir für klassische Sportarten nicht geeignet sind. Im Sportunterricht werden wir immer als letzte ins Team gewählt, und wenn wir doch irgendwann drin sind, bekommen wir den Ball oder was auch immer sowieso nicht zugespielt.

Kunst kommt doch auch von Können... und Sport ist eine Form der Kunst, also nicht unbedingt jedermanns Sache. Vor allem, wenn man sich vor Augen führt, wofür sich die Männerwelt so sehr begeistert.

Als einer von 22 Spielern einem runden kleinen Ding hinterherzulaufen, ergibt für uns Frauen keinen Sinn. Vor allem wenn wir ihn im Spiel niemals berühren werden.

Die Jungs haben das Ballgefühl einfach verinnerlicht. Egal, ob sie ihn fangen, werfen oder passen. Das ist nicht überraschend, wenn sie seit dem Kindergarten im Verein spielen und jede freie Minute überall herumkicken. Aber jedes Mal im Sportunterricht verdeutlicht zu bekommen, dass man auf diesem Gebiet kein Talent hat, ist einfach frustrierend. In Mathe muss der Wackelkandidat ja auch nicht jede Stunde drei Mal an die Tafel, um zu zeigen, dass er gegen das Genie keine Chance hat.

Das können wir Mädchen nicht auf uns sitzen lassen. Die Erkenntnis ist simpel wie klar: Es muss etwas passieren. Gut, dass wir auf anderen Gebieten umfassende Talente haben. Wir sind zum Beispiel sehr überzeugend und hartnäckig. Wir werden einfach anfangen zu streiken.

Und jeder weiß ja: Ohne uns Mädchen können die Jungs sowieso nicht, egal was wir machen. Unsere Ausgangsposition gibt also Anlass zu Optimismus, wenn wir das Unerhörte wagen.

Der Sport-Streik-Kampf gliedert sich in drei Kategorien. Thema: Wir Mädels machen im Sport unser eigenes Ding. Ziel: Ein eigener Raum oder die Spielfläche abwechselnd mit den Jungs nutzen. Kompromissbereitschaft: keine. Knallharte Forderungen, aber das haben sich die Herren im Laufe der Jahre schließlich selber eingebrockt.

Lehrerinnen verstehen unser Anliegen meistens sofort, weil sie zu ihrer Schulzeit selbst unter der männlichen Sporteuphorie gelitten haben – und Lehrer haben einfach keine Wahl. Wie gesagt, wir können wirklich hartnäckig sein, irgendwann geben sie immer auf. Ausdauer gehört eben auch zum Sportsgeist.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert