Feiern wie die Unterstufe mit einem Hauch Nostalgie

Von: Paula Schönfelder, Schülerredaktion
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Spaß am Feiern: Schülerredakteurin Paula Schönfelder vor zehn Jahren. Foto: privat

Aachen. In unserer Schule wird Karneval nicht wirklich großgeschrieben. Für mein zehnjähriges Fünftklässler-Ich war das damals ein kleiner Schock. In der Grundschule veranstalteten wir regelmäßig an Fettdonnerstag eine richtige Party. Alle, sogar unsere Lehrerin, kamen im Kostüm, es gab Süßigkeiten, und in der Sporthalle wurde getanzt. Die gesamte Schule war gemeinsam jeck.

An meinem ersten Karneval in der weiterführenden Schule fehlte also etwas. Hier verband jeder Fettdonnerstag nur mit einem schulfreien Tag. Meine Sehnsucht nach Karneval machte ich anfangs noch durch einen Besuch an meiner alten Grundschule wett. Nostalgisch schunkelte ich im mittlerweile etwas eng sitzenden Zauberer-Kostüm mit und trauerte innerlich den alten Zeiten nach.

In den folgenden Jahren passte ich mich an – und genoss es, an Fettdonnerstag eben wie die meisten anderen Schüler auch, einfach schulfrei zu haben. Ab der Mittelstufe war man ohnehin zu cool zum Verkleiden und Feiern in der Schule.

Auch die Schulregeln sind konsequent: Partys, sei es zu Karneval oder zu anderen Gelegenheiten, findet man bei uns eher nicht. Das liegt hauptsächlich daran, dass diese ab der Mittelstufe, auch in Bezug auf den Alkoholkonsum, nicht zu kontrollieren sind.

Seit ich Mitglied in der Schülervertretung bin, änderte sich meine Einstellung. Partys für die Unterstufe sind in der SV ein ganz großes Thema. Mehrmals im Jahr organisieren wir für die Klassen 5 bis 7 Partys, mit oder ohne Motto. Voriges Jahr machten wir dann Ernst mit dem Spaß: Wir luden die Unterstufe zur Karnevalsfete am Mittwochabend vor Karneval ein. Für alkoholfreie Getränke, Karnevalsmusik und Deko war gesorgt, und die Kostümpflicht brachte die Garantie für gute Stimmung. Der umfunktionierte Oberstufenraum füllte sich mit Luftschlangen und Zehn- bis Zwölfjährigen, die – wie ich damals – den Grundschulzeiten mit der großen Karnevalsparty nachtrauerten.

Aber nicht nur die Kinder hatten ihren Spaß. Auch ich merkte, dass ich das Feiern in der Schule vermisst hatte. Die Schülervertretung war selbstverständlich auch kostümiert erschienen, und während wir Musik auflegten, Getränke ausschenkten oder die Jury bei Tanzwettbewerben waren, konnten wir älteren Schüler auch mitfeiern. Inmitten der etwas jüngeren Tanzenden machten wir ordentlich Stimmung. Sogar an die Tänze von ,,Cowboy und Indianer“ oder ,,Macarena“ konnten sich die meisten noch erinnern. Auch hier kam wieder Nostalgie auf: Ich fühlte mich um zehn Jahre zurückversetzt!

Eigentlich war alles so wie früher in der Grundschule. Nur mein altes Zauberer-Kostüm fehlte. Denn auch wenn sich die Traditionen rund um Karneval in der Schule in zehn Jahren nicht so sehr verändert haben – in dasselbe Kostüm wie damals passe ich dann doch nicht mehr hinein.

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