Ein Button namens Fronter, der die Schultasche mit neuem Inhalt konfrontiert

Ein Button namens Fronter, der die Schultasche mit neuem Inhalt konfrontiert

Von: Bettina Begner, Schülerredaktion
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Bettina Begner, Schülerredaktion

Mathebuch und Tafelwerk. Check! Deutscharbeitsheft für die 3./4. Stunde und das Reli-Buch? Alles da. Damals, da reichte es noch, derart die gepackte Schultasche zu überprüfen. In der neunten Klasse erschütterte meine Schul- und Lernorganisation ein Programm namens Fronter.

Die Arbeitsblätter, die ich bis dahin von meinem Physiklehrer ausgehändigt bekommen hatte, musste ich nun auf der Online-Plattform erst herunterladen, dann ausdrucken und bearbeiten. Ein Stück Bequemlichkeit wurde mir so in frühen Jahren genommen. Was mir vorher aus der Schultasche „Bearbeite mich!“ entgegenschrie, versteckte sich nun hinter der Schulhomepage, einem Button namens Fronter und meinem Anmeldenamen.

Ich habe diese Umstellung am Anfang nicht ganz verstanden. Da kamen Lehrer mit dem Argument ökologischer zu fahren, wenn nicht alles direkt dreißigfach gedruckt werden müsse. Nun gut, dann druckte ich eben meine Physikaufgaben auf chlorgebleichtem Druckerpapier aus. Meine Eltern investieren gerne noch ein bisschen mehr Geld in Tintenpatronen für die Arbeitsblätter. Ja, ich war skeptisch und dachte, dass das eh nur eine Sparmaßnahme meines Gymnasiums war, um das Kopierkontingent der Lehrer zu drosseln.

Irgendwann habe ich mich an Fronter gewöhnt. Wir sind nicht die allerbesten Freunde geworden, aber gut verstanden haben wir uns schon. Mit der Zeit kam ich mit dem leichten Mehraufwand klar und sogar den Sinn von Fronter habe ich verstanden. Nach einiger Zeit habe ich zumindest vereinzelt Arbeitsblätter am PC gelesen und damit der Umwelt etwas Gutes getan. Auch konnten wir unsere Hausaufgaben auf Fronter abgeben oder Referate hochladen, um alle Präsentationen für die Klausurvorbereitung parat zu haben. Für Interessierte oder Leute, die sich noch mal irgendwo einlesen wollten, bot Fronter eine Möglichkeit des Selbststudiums.

Und das ebnete mir den Weg ins Studium. Erstes Semester, erste Stunde. Mein Dozent stellt einen „Seminarplan“ vor. Jeder bekommt einen Zettel ausgehändigt – das erste und letzte kopierte Dokument dieses Dozenten. Die Texte sollten wir dann auf der Plattform ILIAS abrufen, Fronters großem Bruder. Ich schaue nun, dass ich alle meine Ausdrucke dabei habe. Fronter hat mir gezeigt, was Eigenverantwortung und Selbststudium ist und wie ich meine Tasche zu packen habe.

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