Die goldene Mitte findet sich bei den Rückschlagspielen

Von: Paula Schönfelder, Mitglied der Schülerredaktion
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Den Kindern vermitteln, dass man sich nicht stets Normen der Gesellschaft anpassen muss, das haben sich viele Schulen zum Ziel gesetzt. Im geschlechtler-getrennten Sportunterricht war ein solches Klischee manifestiert. Jungs und Mädchen müssten verschieden unterrichtet werden, da sie andere Interessen und Stärken hätten. Und die Mädchen kämen eh nicht gegen Jungs an. Damit haben wir nun aufgeräumt.

Es gibt sowohl bei Mädchen als auch Jungs Sportbegeisterte und Sportmuffel, elegante Tänzer und kraftvolle Fußballerinnen, nur um einige Beispiele zu nennen.

Deshalb bieten viele Schulen keinen Sportunterricht an, in dem Mädchen und Jungs getrennt werden. Vielmehr sollen Zusammenspiel und Teamfähigkeit gestärkt werden. Und dadurch, dass meistens bis zur Oberstufe viele Sportarten ausprobiert werden, ist für jeden mal etwas dabei. Klar, dass einem zwischendurch mal eine Einheit nicht so gefällt, aber auch das gehört dazu. Und so entdecken auch Kinder neue Stärken auf bisher unbekannten Gebieten.

Schwerpunkt wählen

Nach der Mittelstufe werden dann häufig sogenannte Sportprofile angeboten. Jeder kann wählen, was ihm am meisten liegt. Bei uns ist Profil 1 der Schwerpunkt Leistung, dort spielt man Handball, Fußball, Basketball und macht Leichtathletik. Profil 2 wählt, spielt Badminton, Tischtennis und Volleyball und macht als Ergänzung Turnen. Um Tanzen mit Schwerpunkt Gesundheit geht es schließlich in Profil 3.

Direkt nach den ersten Stunden, stellte sich dann etwas heraus, was einen nach all den Argumenten gegen getrenntgeschlechtlichem Unterricht überrascht: Im Profil Leistung findet man fast nur Jungs, der Sportkurs mit Schwerpunkt Tanzen und Gesundheit ist ein reiner Mädchenkurs. Wie kommt das denn jetzt? Haben wir etwa nur scheinbar mit den Klischees aufgeräumt, Jungen würden nur Fußball spielen und Mädchen nur tanzen?

Zur Beruhigung: Der Kurs zwei, in dem man Rückschlagspiele wie Volleyball und Badminton spielt und als Ergänzung noch turnt, ist bunt gemischt. Nahezu gleich viele Mädchen und Jungs sind hier vertreten – die goldene Mitte sozu- sagen.

Wahrscheinlich haben die Vorurteile schon einen wahren Kern. Es gibt eben mehr Jungs, die Fußball spielen wollen. Auch wenn es jede Menge Ausnahmen gibt, die die Regel bestätigen. Besser aber als den Unterricht von vornherein zu trennen, bleibt die Freiheit, seinen Schwerpunkt zu wählen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert