Der Mehrwert für den Unterricht steht im Mittelpunkt

Von: Lara Langfort-Riepe
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Wie ist es um die Zukunft von digitalen Medien in der Schule bestellt? Drei Fragen an Lara Langfort-Riepe, Leiterin des Euregionalen Medienzentrums Aachen.

<strong>Tablets statt Tafel. Steht Schule heute am Scheideweg?</strong>

Langfort-Riepe: Die Einführung von Tablets an Schulen nimmt zu, dennoch handelt es sich noch um eine punktuelle Entwicklung, die an engagiertes Lehrpersonal und an die Infrastruktur (WLAN) vor Ort geknüpft ist. Im internationalen Vergleich hinken deutsche Schulen leider hinterher. Die Technik allein wird keinen pädagogischen Mehrwert bringen. Als Grundlage für die Anschaffung von Tablets muss das Medienkonzept einer Schule dienen. Nur so wird das Lernen mit Medien systematisch in die Lernprozesse integriert. Der Ausgangspunkt sollte also die Frage sein, welche pädagogischen Aufgaben durch die Geräte vorangetrieben bzw. ermöglicht werden können. Es soll ein Mehrwert für die Schüler entstehen im Sinne eines vielfältigen Lernangebotes. Zudem müssen auch die Lehrkräfte mit der Technik umgehen können. Ein durchdachtes Fortbildungskonzept ist das A und O für den Einsatz digitaler Medien im Unterricht.

Was brauchen Schulen zuerst – die Ausstattung oder Erfahrung im Umgang damit?

Langfort-Riepe: Ohne Ausstattung keine Erfahrung: Die Anschaffung auszuschließen, weil man keine Erfahrung hat, führt nicht weiter. Wichtig ist, dass die technische Neuausstattung an ein Konzept gekoppelt ist. Als Euregionales Medienzentrum beraten wir Schulen beispielsweise im Bereich der Präsentationstechnik. Dabei liegt eine klare Verfahrensstruktur zugrunde. Bei Bedarf unterstützen unsere Medienberater die Schulen zunächst einmal bei der Erstellung und Weiterentwicklung der Medienkonzepte. Sobald das Medienkonzept einer Schule den Anschaffungsbedarf eines interaktiven Systems ermittelt hat und die Finanzierung geklärt wurde, begleiten wir die Lehrkräfte von der Auswahl der Hardware bis hin zur Schulung an der Technik.

Viel Wunderwerk der Technik kam und ging in den jüngsten Jahrzehnten. Wird das Tablet bleiben?

Langfort-Riepe: Technik und Wissen sind im ständigen Fluss. Gerade die Medienwelt ist schnelllebig. Wurde etwa vor ein paar Jahrzehnten noch der Videoprojektor als Innovation gefeiert, bieten wir heute mit EDMOND.NRW eine Video-Streaming-/Video-on-Demand-Plattform für Schulen an, die Filme online abrufbar macht. Allerdings steht heute weniger die Frage im Vordergrund, welche Hardware in Zukunft noch entwickelt wird, sondern vielmehr die Erwartung im Mittelpunkt, dass die Einführung digitaler Medien in der Schule zielgerichtet umgesetzt wird und so zu einem Mehrwert für den Unterricht führt.

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