Aachen - Der Aachener Dom zum Ausstechen bald auf dem Markt

Der Aachener Dom zum Ausstechen bald auf dem Markt

Von: Nicole Diefenthal
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Backen für Aachen: die Schülerfirma Baixellence vom Einhard-Gymnasium mit ihren Lehrern. Tim Schmitz (oben v. l.), Jessica Hahnengress, Adam Feiß, Nils Lenzen, Mitte: Tobias Breuer, Daniel Tarchis, Thomas Ernst, Fabian Siebes, unten: Fynn Panstrunga, Volkan Goll und Constantin Lechner.
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Der Prototyp: Aachener Dom als Backförmchen.

Aachen. Der Vorstandsvorsitzende Volkan Goll eröffnet die Sitzung. Er begrüßt die anwesenden Gäste, stellt ihnen den Marketingchef, die Produktdesigner und die anderen Mitarbeiter des Unternehmens vor. Später wird es bei dem Treffen um die Markteinführung des neuen Produktes gehen. Der Prototyp liegt heute auf dem Tisch.

Es geht um Backförmchen. Sie sollen Aachener Wahrzeichen in Keksform bringen, das erste Muster ist der Aachener Dom. Die Firma, die sie designt und nun an Produktion und Vermarktung arbeitet, heißt Baixellence und hat als Firmensitz das Einhard-Gymnasium in Aachen. Acht Schüler und eine Schülerin der Jahrgangsstufe 10 haben die Firma gegründet und nehmen damit am Junior-Wettbewerb des Instituts der deutschen Wirtschaft teil.

Die beiden Lehrer Nils Lenzen und Tim Schmitz sind bei den Treffen dabei. Anders als im Unterricht sind sie hier die stillen Beobachter.

Und doch, sagt Lenzen, würden die Schüler in dieser Runde sehr viel lernen. „Egal, ob sie am Ende gewinnen, die Schüler nehmen was mit in diesem Jahr.“ So lange haben sie Zeit: ein Schuljahr von der Gründung des Unternehmens bis zur Aktionärsversammlung, bei der die Firma wieder aufgelöst wird. 50 Stunden – also weit mehr, als die wöchentlichen Treffen hergeben – muss jeder Mitarbeiter einbringen, dann gibt es am Ende auf jeden Fall ein Zertifikat.

Für Volkan Goll und seinen Vorstand ist die Schülerfirma Neuland. Am Einhard-Gymnasium ist die Teilnahme an dem Wettbewerb eher Tradition. „Wir sind seit 14 Jahren dabei“, sagt Nils Lenzen. Er selbst betreut das vierte Team. Und auch als stille Beobachter bringen sich die Lehrer ein, etwa als Netzwerker. Dazu gehörte der Besuch von Peter Hütter von der Gründerregion, die normalerweise reale Existenzgründer unterstützt. „Wir erleben einen demografischen Wandel, der sich auch in der sinkenden Anzahl von Unternehmensgründungen bemerkbar macht“, so Hütter. Schülerfirmen zu begleiten bedeute daher, Interessenten frühzeitig abzuholen.

In diesem Fall hatte Hütter aber jemanden mitgebracht: Petra Göbbels, bei der Wirtschaftsförderungsagentur Agit Beraterin technologieorientierter Unternehmen, gab der Baixellence-AG eine exklusive Beratungsstunde.

Das Wissen können die Schüler gut brauchen. Denn das Besondere am Junior-Wettbewerb ist der Bezug zur Praxis. Die Idee mit den Backförmchen soll also nicht nur zu Papier gebracht werden, sondern auf die Ladentheken. Einen Abnehmer hat die Schüler-Firma schon in Aussicht. Nun suchen sie einen Produzenten, erweitern die Produktpalette, feilen am Marketingkonzept. Nebenbei entsteht ihr eigenes Netzwerk.

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