Aachen - Das Lernen mit digitaler Hilfe in allen Fächern verankern

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Das Lernen mit digitaler Hilfe in allen Fächern verankern

Von: Lena Feuser, Schülerredaktion
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Hilft Schulen: Johannes Klas, Medienberater des Euregionalen Medienzentrums Aachen. Foto: Lena Feuser

Aachen. Wie kann Unterricht mit digitalen Hilfsmitteln funktionieren? Zeitung + Schule sprach darüber mit Johannes Klas. Er ist Sonderpädagoge an der Maria-Montessori-Gesamtschule Aachen und unterstützt das Euregionale Medienzentrum als Medienberater. Er weiß daher, was das Lernen ansprechender macht.

Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht das Medienkonzept – was ist das überhaupt?

Johannes Klas: Medien spielen in der heutigen Alltags- und Schulwelt eine große Rolle. Deswegen ist es wichtig, dass Schüler Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit Computer, Tablet und Co. erwerben. Genauso wichtig ist, dass Kinder und Jugendliche lernen, Medien kritisch zu bewerten und sich über Medien kreativ auszudrücken. Ein Medienkonzept ist daher die Vereinbarung einer Schule darüber, wie Medien am besten in den Unterricht eingebaut werden.

Und wie wird diese Vereinbarung getroffen?

Klas: Das Medienkonzept sollte mit den Fächern verknüpft sein. Medienkompetenz umfasst dabei sowohl die traditionellen wie auch die digitalen Medien. Sie ist letztlich Thema in jedem Unterrichtsfach, etwa beim Erstellen von Präsentationen. Die Lehrkräfte eines Faches, zum Beispiel Sachunterricht, überlegen gemeinsam, wie die Kinder Ergebnisse einer Unterrichtsreihe mit digitalen Medien präsentieren können. Dies könnte ein Film sein. Ebenso wäre denkbar, neue Aufgabenformate zu entwickeln, die auf die digitalen Möglichkeiten der Zusammenarbeit aufbauen.

Und wann springen Sie ein?

Klas: Ich komme als Berater an die Schulen, wenn Fragen zum Medienkonzept aufkommen. Ich gucke dann, was eine Schule noch braucht, um ihr Medienkonzept zu realisieren oder ob eine Fortbildung nötig ist. Oft besteht auch Bedarf in der Unterrichtsentwicklung. Dann helfe ich mit Ideen, wie man die Medien erfolgreich in den Unterricht einbauen könnte.

Wie geht es dann weiter?

Klas: Der erste Schritt eines Medienkonzeptes besteht darin festzulegen, wie man eine sinnvolle Mediennutzung in die einzelnen Fächer integrieren kann. Als nächstes wird überlegt, welche Ausstattung für die Umsetzung der Idee gebraucht wird. Das kommt dann als Medienausstattungsbedarf mit ins Konzept. Zum Schluss muss überlegt werden, ob eine Fortbildung der Lehrer nötig ist. Diese Überlegungen werden für jedes Fach angestellt und im Medienkonzept gebündelt.

Wie finanzieren die Schulen das, was sie in ihr Medienkonzept reinschreiben?

Klas: Im Idealfall setzt man sich mit dem Schulträger zusammen, der dann im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten und der Richtlinien die Mittel zur Medienausstattung bereitstellt. Darüber hinaus verfügen Schulen über ein eigenes Budget, mit dem kleinere Anschaffungen finanziert werden können.

Wie sind die Schulen in der Städteregion Aachen denn aufgestellt? Besteht noch Handlungsbedarf?

Klas: Dass Medien eine Bedeutung für den Unterricht haben, ist keine strittige Frage. Im Gegenteil! Die Schulen machen sich viele Gedanken und sind mit Engagement bei der Sache. In Zukunft wollen wir als Euregionales Medienzentrum auf mehr Austausch und Zusammenarbeit achten, damit die Schulen von gegenseitigen Erfahrungen profitieren.

Welche Vorteile bringt ein gut durchgearbeitetes Medienkonzept denn einer Schule?

Klas: In erster Linie können Lernprozesse anschaulicher und vielfältiger gemacht werden. Wenn die Schüler ein Thema eigenaktiv mit Hilfe von Medien erarbeiten, bleibt es natürlich besser hängen, als wenn der Lehrer nur darüber referiert. Im Englischunterricht etwa ist es spannend, sich per Skype oder E-Mail mit Schülern der englischen Partnerschule auszutauschen, statt nur dem Lehrer, der ja Deutsch versteht, was zu erzählen.

Unsere Welt der Medien verändert sich mit einer immer größer werdenden Geschwindigkeit. Wie haltbar ist heutzutage ein Medienkonzept?

Klas: Genauso wie sich die Unterrichtsinhalte ständig verändern, muss auch das Medienkonzept immer wieder überarbeitet werden. Wegen der schnellen Weiterentwicklung der Medien ist nichts mehr für die Ewigkeit, aber das macht die Schule ja auch so spannend. Sie ist ein lebendiger Ort, der all die Einflüsse, die in der Gesellschaft wirksam sind, aufnehmen und weiterverarbeiten muss. Schüler gehen zur Schule, weil sie lernen müssen, wollen, sollen, dürfen. Wichtig ist die Frage, wie wir durch die Nutzung der Medien mehr Eigeninitiative auslösen und den Lernprozess nachhaltig so gestalten können, dass sich die Unterrichtsinhalte bei jedem einzelnen viel stärker verankern.

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