Aus dem „Projekt X“ wird „AUF_TAKT“

Von: Cosima Ermert, Schülerredaktion
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Sprung ins Unbekannte: Die Tanzschülerinnen haben ihr eigenes Abendprogramm inszeniert. Zu den neuen Erfahrungen zählte auch der Hagellauf fürs Bild. Foto: Katharina Hermsdorff
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Tanzfüße. Die Jungen Choreographen stellen sich auf.
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Junge Choreographen

Aachen. Einmal alles selber machen. Das durften jetzt Schülerinnen und Schüler der Tanzwerkstatt Carla Brettschneider in Aachen. Und zwar ihre eigene Aufführung gestalten – von der Choreographie über die Wahl der Kostüme bis hin zur Gestaltung der Werbung lag alles in ihrer Hand.

Die Initiative dazu ergriffen die beiden Inhaberinnen der Ballettschule Carla Brettschneider und Kathrin Liedtke im Dezember. Zunächst noch unter dem rätselhaften Titel „Projekt X“ luden sie 13 Tänzerinnen und einen Tänzer der fortgeschrittenen Jugend- und Erwachsenenklassen zum ersten, noch geheimen Treffen ein und stellten das Konzept vor. „Wer hat Lust, einmal ein abendfüllendes Tanzevent selbst zu gestalten?“ – denn auch das sieht das Choreographinnenteam Brettschneider und Liedtke als Teil ihres Lehrplans, für den die Tanzwerkstatt von der Bezirksregierung zertifiziert ist. Das Projekt soll teilnehmenden Schülern einen authentischen und praktischen Einblick in die Bühnen- und Theaterberufe geben.

Die vier Elemente

Da war die Aufregung natürlich groß. Schnell entwickelten sich erste Ideen. Themen wie zerbrochene Beziehung und Mobbing, aber auch Abstraktes wie die vier Elemente oder Science-Fiction-Stoff standen im Raum. Tänzerinnen und Tänzer mussten aus dem Schülerkreis der Tanzwerkstatt gewählt, die Musik geschnitten und Kostüme zusammengestellt werden.

Und dann sollten wir Schüler uns ja auch noch um die Organisation kümmern. So wurden Komitees gebildet und Aufgaben verteilt. Zu einem professionellen Auftritt gehört viel, haben wir sehr schnell gelernt. Eine Location musste gefunden, Sponsoren angeworben und Werbung gedruckt werden. Auch ein Titel musste her. „AUF_TAKT“, das schien allen passend. Denn diese Aufführung ist für alle Mitwirkenden die erste choreographische Arbeit und eigene Produktion.

Dafür braucht man Handwerkszeug. Wegweisend für die jungen Choreographen war ein Workshop, den Carla Brettschneider und Kathrin Liedtke für ihre Tänzerinnen anboten. Experimentelles Tanzen wurde dort genauso vermittelt wie die Nutzung aller Raumebenen oder Requisiten. Und das nicht ohne außergewöhnliche Arbeitsmaterialien: Gedichtsbücher, Zeitungen und sogar Gartenschläuche spielten da plötzlich bedeutende Rollen. Impressionen daraus finden Zuschauer in der Aufführung wieder; so wird unter anderem ein Gedicht ver- und unter Malerfolie getanzt.

So wie die tänzerische Umsetzung langsam Gestalt annahm, kamen wir auch im Marketing voran. Für Website und Werbung wurden Fotos benötigt. So fand ein Shooting statt – überraschenderweise im Hagel. Flyer, Plakate und Eintrittskarten mussten ja selbst entworfen werden. Doch in unserer großen Gruppe kamen viele verschiedene Talente zusammen. Eine Mitschülerin etwa kennt sich gut mit Design aus, unser Mann im Boot kann Musik schneiden. So konnten alle Aufgaben gemeinsam gelöst und alle Hürden gemeistert werden.

Was also erwartet die Zuschauer nun? Es finden zwei Abendveranstaltungen im Ludwig-Forum statt. Am 2. und 3. Juni um jeweils 19.30 Uhr präsentieren wir eine bunte Mischung aus modernem Ballett, Contemporary Dance und Improvisation. Die Musik reicht von irischem Riverdance über Ballettklassiker von Tschaikowsky bis hin zu Pop. Die insgesamt fünfzehn eigenständigen Arbeiten erzählen alle eigene Geschichten.

Den Erlös der Aufführung möchten die jungen Choreographen der Hilfsaktion „Menschen helfen Menschen“ spenden.

Bis zur Premiere sind es jetzt nur noch wenige Tage. Bei uns ist die Aufregung groß. Es ist noch viel zu erledigen bis es endlich heißt: AUF_TAKT. Aber wir sind zuversichtlich: Die Aufführung wird unvergesslich.

Weitere Informationen: junge-choreographen.de

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