Menschen helfen Menschen: Vom „Fundevogel“ und anderen Helfern

Von: Sina Stieding
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Engagiert für Kinder: (von links) „Fundevogel“-Vorsitzende Angelika Greiwe-Krapohl, Schulsozialarbeiterin Brigitte Brosius, Schüler Marcello, Schulleiter Thomas Weinen, der stellvertretende Vorsitzende Hans-Joachim Hofmann und Vorstandsmitglied Annemarie Sommer.

Aachen. Das Hilfswerk Menschen helfen Menschen unserer Zeitung unterstützt seit 30 Jahren mit Ihrer Hilfe bedürftige Menschen und Förderprojekte in der Region. Einige aktuelle Vorhaben stellen wir Ihnen hier vor - wie den Förderverein „Fundevogel“ an der Schule Elsassstraße. Er hilft Kindern – und springt da ein, wo die staatliche Unterstützung im Unterricht nicht ausreicht. Die eigenen Mittel genügen aber nicht.

„Fundevogel, verlässt du mich nicht, so verlass‘ ich dich nicht!“, heißt es im Märchen der Gebrüder Grimm. Auch in der Förderschule Elsassstraße ist der „Fundevogel“ ein täglicher Begleiter. Der Verein für Erziehungshilfe Aachen ist dort nämlich als Fundevogel bekannt.

In verschiedenen Projekten springt der Verein dort ein, wo die staatliche Förderung nicht ausreicht. Ob Reittherapie oder Psychomotoriktraining, der Fundevogel ist in der Elsassstraße nicht mehr wegzudenken.

„Kinder und ihre Familien brauchen immer vielfältigere Unterstützung und Zuwendung“, erzählt Thomas Weinen, Schulleiter der städtischen Förderschule für Kinder mit sozialen und emotionalen Schwierigkeiten in Aachen. Den Einsatz des Fundevogels will Weinen nicht mehr missen. „Kinder müssen heute früher lernen und brauchen mehr Aufmerksamkeit“, so Weinen. Nicht immer wird dabei jedes Kind seiner Schule ausreichend gefördert.

Eines der Projekte von Fundevogel, die Reittherapie, setzt genau an diesem Punkt an. Acht Kinder pro Jahr bekommen die Möglichkeit, ein Schulhalbjahr lang an einem solchen Angebot teilzunehmen. In den vier Grundschuljahren soll so jedes Kind die Chance erhalten, einmal von dem Programm zu profitieren. Angesagt sind neben Bewegung und Naturerlebnis das Lernen von Verantwortung und Geduld. Die Kinder pflegen, füttern und reiten die Tiere im Therapiezentrum in Stolberg. Bei der Reihenfolge sind Kompromissfähigkeit und selbstständige Kommunikation gefragt.

„Der Umgang mit dem Tier führt noch zu ganz anderen Erfahrungen für die Kinder“, erklärt Hans-Joachim Hofmann, ein langjähriges Vorstandsmitglied. „Diese sind im normalen Schulalltag nicht möglich.“

Farusa, eine Teilnehmerin des Projektes aus der 3. Klasse, freut sich, in diesem Halbjahr auch endlich aufzusatteln. Im letzten Halbjahr durfte sie sogar den CHIO besuchen. Farusa lernt sich so selber kennen, sie schöpft Mut, Selbstvertrauen und lernt, auf Tiere und andere Menschen einzugehen.

In einem weiteren Projekt arbeitet die Förderschule mit erfahrenen Moto- und Ergotherapeuten zusammen, die auf spielerische Art und Weise die Psychomotorik der Kinder verbessern. Das Halten eines Stiftes oder die Konzentrationsfähigkeit machen mitunter Probleme, denen sich die Therapeuten widmen. Die Kinder lernen, Sinne zu verbinden, gleichzeitig zu hören und zu fühlen, und ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln. Dies schafft die Basis für die Teilnehmer, sich auch sozial und emotional auf einen erfolgreichen Schulalltag vorzubereiten.

Angelika Greiwe-Krapohl sitzt seit vier Jahren dem Fundevogel vor. Nach ihrer Einschätzung kann der klassische Unterricht nicht ausreichend auf jedes Kind eingehen. Sie kämpft tatkräftig und beharrlich für neue Förderungsquellen – um das Psychomotorikprojekt auszuweiten und die Kosten der Reittherapie aufzubringen.

Schulleitung und Vorstand des Fundevogels sind sich einig, dass die Langzeiterfolge der Projekte unübersehbar sind. „Ein ehemaliger Teilnehmer litt unter Angst, das Haus zu verlassen. Heute macht er Handstand auf einem Pferd“, sagt Angelika Greiwe-Krapohl lachend.

Wenn Sie den Förderverein „Fundevogel“ unterstützen möchten, spenden Sie bitte mit dem Stichwort Fundevogel.

Projekt: Schwimmunterricht für junge Flüchtlinge

Der Verein „Aix-la-Sports“ hat sich in Kooperation mit der Bürgerstiftung Lebensraum zum Ziel gesetzt, jungen unbegleiteten Flüchtlingen Schwimmunterricht zu erteilen. Gerade nach oft traumatischen Erfahrungen bei der Flucht über den Seeweg müssen viele Ängste bekämpft werden. Jetzt hat „Aix-la-Sports“ die Möglichkeit, zwei Nichtschwimmer-Kurse für etwa 30 bis 40 Kinder anzubieten.

Die Verantwortlichen des Vereins haben weit reichende Erfahrungen mit Traumatisierungen und Sprachschwierigkeiten. In den geplanten Kursen sollen Flüchtlingskinder gemeinsam mit allen anderen Kindern unterrichtet werden, so dass Integration auf möglichst leichtem Weg erfolgen kann. Die Kosten sind am unteren Limit angesetzt – dennoch stellt die Finanzierung ein Problem dar und kann von „Aix-la-Sports“ nur mit Unterstützung bewältigt werden. Wenn Sie dieses Projekt unterstützen möchten, spenden Sie bitte mit dem Stichwort: Aix.

Projekt: Bewegung und Gesundheit für Jugendliche

Der Verein „D‘r Hof“ auf Driescher Hof in Aachen bietet seit 1981 täglich rund 300 Kindern und Jugendlichen ein zweites Zuhause. Dazu gehören Bildungs-, Freizeit- und Hilfsangebote. Es gibt Schutzräume, um einfach Kind zu sein. Mit dem Projekt „Let‘s move“ für Kinder und Teenies liegt ein wesentlicher pädagogischer und präventiver Schwerpunkt auf der Gesundheitsförderung junger Menschen – vor allem bei benachteiligten Kindern und Jugendlichen.

Im Brennpunktstadtteil Driescher Hof wächst inzwischen jedes zweite Kind laut Sozialentwicklungsplan der Stadt Aachen in Armut auf. Jetzt wollen die Verantwortlichen vom „D‘r Hof“ auch der Altersgruppe der 15- bis 27-Jährigen ein attraktives und kostenfreies Sportangebot offerieren. Das Ziel: Trainingsgeräte stehen während der Öffnungszeiten der Jugendeinrichtungen Jugendlichen und jungen Erwachsenen zur Verfügung. Jugendliche aus anderen Stadtteilen sind ebenfalls eingeladen, diese Einrichtungen zu nutzen. Für die Einrichtung ist „D‘r Hof“ auf finanzielle Unterstüzung angewiesen. Dieses Projekt hat das Stichwort: Bewegung.

Projekt: Es fehlt an Bettdecken und einfachen Möbeln

Eine alleinerziehende Frau lebt in der Städteregion Aachen mit ihren vier Kindern. Wie das Diakonische Werk, das sich schon länger um die Familie kümmert, schreibt, sind die Betten und Oberbetten der Kinder in sehr schlechtem Zustand. Die Kinder schlafen in einem alten kleinen Bett oder auf einer sehr mangelhaften Schlafcouch. Auch ansonsten fehlen in der Wohnung zahlreiche elementare Gegenstände des Alltags. Die Familie lebt von Arbeitslosengeld II und kann die Anschaffungen nicht alleine finanzieren. Das Stichwort: Allein.

Eine Mutter muss sich alleine um sechs Kinder kümmern

Erst kam die häusliche Gewalt, dann folgte der Auszug des Vaters – und jetzt muss sich eine Frau allein um ihre sechs Kinder kümmern. Das macht sie gewiss sehr gerne – kommt aber an die Grenzen ihrer wirtschaftlichen Belastbarkeit. Da war es ganz wichtig, dass sie eine passende Wohnung für einen Neuanfang gefunden hat. Von hier aus können die Kinder zu Fuß in die Schule und in den Kindergarten gehen.

Die Nahversorgung ist kein Problem, selbst der Kinderarzt ist fußläufig erreichbar. Die Wohnung muss aber renoviert werden, wozu der Alleinerziehenden die Geldmittel fehlen. Jetzt hofft sie auf Unterstützung, um den sechs Kindern nicht nur eine Bleibe, sondern auch ein Zuhause gestalten zu können. Vor allem die Küche wurde beim Umzug stark in Mitleidenschaft gezogen. Die sieben Personen hoffen auf Unterstützung bei der deutlichen Verbesserung ihrer Lebenssituation. Stichwort: Zukunft.

Frauenhaus nimmt Mütter und Kinder in Notsituationen auf

Die meisten Frauen, die mit ihren Kindern im Frauenhaus des Sozialdienstes katholischer Frauen Aufnahme finden, kommen während der Rufbereitschaften und am Wochenende. Das heißt: Sie sind meist aus einer Bedrängnis heraus von Zuhause geflohen, haben kaum etwas bei sich und sind ohne jedes Bargeld.

Das Frauenhaus ist also nicht nur psychologisch gefordert – es geht auch um ganz banale Dinge wie die Beschaffung von Lebensmitteln oder auch Körperpflegeprodukten. Im Jahr 2015 haben 65 Frauen und 56 Kinder im Frauen- und Kinderschutzhaus gelebt. Stichwort: SkF.

Geld für eine neue Prothese ist nicht da

Eine Seniorin leidet unter vielen chronischen Krankheiten, zudem erlitt sie einen Schlaganfall. Aufgrund einer Magen-Darm-Erkrankung ist die Ernährung kompliziert geworden und der Kiefer verformt sich ständig. Die Zahnärzte raten zu einem Implantat, dessen Kosten aber nicht von der Krankenkasse übernommen werden. Selbst kann die Frau das Geld nicht aufbringen. Stichwort: Implantat.

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