Aachen - Arthrose – vom Unfall bis zum Verschleiß

Arthrose – vom Unfall bis zum Verschleiß

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Univ.-Prof. Dr. med. Markus Tingart, Direktor der Klinik für Orthopädie an der Uniklinik RWTH Aachen, und Univ.-Prof. Dr. med. Hans-Christoph Pape, Direktor der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie. Foto: RWTH

Aachen. Die moderne Medizin bietet viele Möglichkeiten in der Behandlung der Arthrose des Knie-, Schulter- und Hüftgelenks. Dank alternativer Therapieverfahren können Betroffene häufig weitgehend beschwerdefrei leben. Erst wenn der Patient im Alltag stark eingeschränkt ist, müssen Gelenkersatzverfahren in Erwägung gezogen werden.

Univ.-Prof. Dr. med. Hans-Christoph Pape, Direktor der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, und Univ.-Prof. Dr. med. Markus Tingart, Direktor der Klinik für Orthopädie an der Uniklinik RWTH Aachen, informieren im Interview über moderne Therapieverfahren bei alters- und unfallbedingter Arthrose.

Herr Prof. Tingart, worin liegen die Ursachen für eine Arthrose?

Prof. Tingart: Die Ursachen sind sehr unterschiedlich. Neben dem altersbedingten Verschleiß der Knochen und Gelenke können auch Sportverletzungen ein Grund für eine Arthrose sein. Bei der fortgeschrittenen Arthrose liegen die Knochenflächen frei, Knochen reibt auf Knochen. Die Betroffenen haben meist starke Schmerzen und ihre Lebensqualität ist im Alltag deutlich eingeschränkt.

Welche alternativen Therapiemethoden gibt es?

Prof. Tingart: In der Klinik für Orthopädie kümmern wir uns um die verschleißbedingte Arthrose. Wichtig ist: Diese Diagnose bedeutet nicht, dass der Patient sofort ein künstliches Gelenk braucht. Unser Ziel ist es, in enger Kooperation mit den niedergelassenen Kollegen das körpereigene Gelenk möglichst lange zu erhalten. Bewegung und Muskeltraining, aber auch Spritzen und Medikamente sowie Knochenaufbaupräparate sind Teil der ambulanten Therapie.

Welche Operationen führen Sie in der Orthopädie durch?

Prof. Tingart: Bei Knie- oder Hüftbeschwerden kann eine Spiegelung des Gelenkes in Schlüssellochtechnik hilfreich sein. Umschriebene Knorpeldefekte können wir durch Knorpelersatzverfahren und Knorpelzelltransplantation erfolgreich behandeln. Ist ein künstliches Gelenk erforderlich, bieten wir in unserem Endoprothetikzentrum alle hochmodernen Operationsverfahren an. Die Prothesen werden minimal-invasiv, also über kleine Schnitte, und unter Einsatz der Navigation präzise implantiert. Bei Bedarf stehen maßgefertigte Individualprothesen zur Verfügung.

Herr Prof. Pape, kann Arthrose auch bei jüngeren Patienten auftreten?

Prof. Pape: Ja, Arthrose kann auch durch Unfälle, angeborene Stoffwechselerkrankungen wie Rheuma oder vor allem durch Knochenfehlstellungen entstehen. Wir sprechen dann von sekundärer Arthrose.

Wie können Sie in diesem Fall helfen?

Prof. Pape: Oft sieht eine Knochenfehlstellung oder –verkürzung lediglich unschön aus, verursacht aber keine Probleme. Wenn jedoch die Funktion der entsprechenden Gliedmaße durch die Fehlstellung deutlich eingeschränkt wird oder aber Gelenke fehlbelastet und geschädigt werden, muss unbedingt eine Korrektur der Knochenachse erfolgen. Das ist ein Schwerpunkt unserer Klinik.

Was geschieht dann genau?

Prof. Pape: Mit Hilfe eines sorgfältig geplanten Korrektureingriffs durchtrennen wir den entsprechenden Knochen behutsam und stellen ihn mittels eines Fixateurs in die korrekte Position. Ist ein Knochen zu kurz, können wir ihn durch eine spezielle Methode auch strecken, um eine optimale Knochenachse wiederherzustellen. Die Wahl der Methode hängt immer von der Art der Fehlstellung und vom betroffenen Knochen ab. Kernstück unseres ganzheitlichen Konzeptes ist daher ein individueller Therapieplan, der sicherstellt, dass der unfallverletzte Patient von der Notaufnahme über den Operationssaal bis zur Entlassung oder Verlegung in eine Rehaklinik lückenlos auf höchstem Niveau betreut wird.

Wie finden die Patienten zu Ihnen?

Prof. Tingart: Als Endoprothetik- und Zweitmeinungszentrum bieten wir eine spezielle Sprechstunde an, in der wir Patienten ausführlich beraten.
Prof. Pape: Bei unfallbedingter Arthrose melden Sie sich bitte in der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie an.

 

Kontakt

Klinik für Orthopädie

Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Markus Tingart

Terminvereinbarung zur Spezialsprechstunde:

Tel.: 0241 80-89589

Weitere Infos finden Sie unter:

www.orthopaedie.ukaachen.de

 

Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie

Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Hans-Christoph Pape

Terminvereinbarung:

Tel.: 0241 80-80644

Weitere Infos finden Sie unter:

www.unfallchirurgie.ukaachen.de

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