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„5 vor 12“: Hunderte Demonstranten am Rursee

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
Rursee Demo
Unter dem Motto „5 vor 12“ für den Rursee haben hunderte Menschen in Schwammenauel gegen das geplante Pumpspeicherwerk demonstriert. Foto: Sarah Maria Berners

Nordeifel. „Wir kommen immer wieder gerne in die Eifel. Uns gefällt es hier am Rursee gut. Und wir wollen, dass das so bleibt.“ Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, war auch eine fünfköpfige Familie aus Köln am Samstag zur Demonstration gegen das Pumpspeicherwerk am Rursee angereist.

 „Das, was hier geplant wird, macht uns traurig“, sagte die Mutter. Sie fürchtet, dass ein beliebtes Naherholungsziel zerstört werden könnte. Wie viele andere Demonstranten hat die Kölner Familie Transparente gebastelt: „Der See ist nur ohne PSW ok“, „Wenn wir Schmidter bedrohte Tiere wären, würdet Ihr uns schützen“, „Wir sind nicht Eure Versuchskaninchen“ und „Wasserkraft ist Tierquälerei“ war darauf unter anderem zu lesen. Mehrere Hundert Demonstranten waren nach Schwammenauel gekommen, um gegen das geplante Pumpspeicherkraftwerk zu demonstrieren. Es ist „5 vor 12 für den Rursee“ hatte die Bürgerinitiative die Veranstaltung überschrieben.

„Wir baden den Mist aus“

„Das ist also eine kleine elitäre Gruppe“, stellte Moderator Hubert vom Venn schulterzuckend fest und griff damit ein vielfach kritisiertes Zitat der Grünen-Bundestagsabgeordneten Bettina Herlitzius über die Anzahl der Gegner des Pumpspeicherwerkes auf.

Auf der Bühne äußerten Betroffene ihre Kritik am Projekt und sprachen über Ängste und Sorgen, die damit verbunden sind. So verdeutlichte Franz-Josef Heuken, Betreiber der Rurseeschifffart und des Kleinen Seehofs, seine Sorgen über ausbleibende Touristen, und er fügte hinzu: „Wir Steuerzahler werden den Mist ausbaden.“ Segellehrer Günter Becker bezeichnete das Pumpspeicherwerk als „Vorzeigeprojekt für die Politiker, denen egal ist, ob die Eifel leidet“.

Edgar Dartenne kritisierte: „Wir haben Trianel viele Fragen gestellt, aber nur wenige Antworten erhalten.“ Unter anderem setzten sich die Kraftwerksgegner auf der Bühne kritisch mit den befürchteten Auswirkungen auf die Tierwelt im See, dem geplanten Erdkabel, dessen „technische Machbarkeit keineswegs geklärt“ sei, und dem „unerträglichen Baustellenverkehr“ auseinander. Die Kabarettisten Hubert vom Venn und Manni Lang sprachen in ihren Beiträgen über den Eifeler an und für sich und verdeutlichten die Liebe der Einwohner zu ihrer Heimat. Außerdem machten sie so manche Marotten zum Thema. Für musikalische Unterhaltung sorgten Günter Hochgürtel sowie Mohamed Bidaoui und Frank Ledig.

Zum Abschluss stimmten alle ein Liebeslied auf die „Eefel“ an. Die Bürgerinitiative ruft nun auf, den Protest am Freitag, 15. März, in Köln fortzusetzen. Dann entscheidet der Regionalrat über eine Änderung des Regionalplans (wir berichteten).

„Mit zweierlei Maß“

Anlässlich eines Artikels in der Samstagsausgabe der DZ äußert die Bürgerinitiative weitere Kritik am Stadtwerkeverbund Trianel. In dem Artikel zitierte unsere Zeitung einen vertraulichen Projektbericht. Die Trianel GmbH spricht in diesem Bericht davon, die Arbeiten am geplanten Standort am Rursee nach dem Ende des Regionalplan­änderungs- und des Raumordnungsverfahrens zu beenden. In dem Bericht ist auch die Rede davon, dass ein Dritter die Projektentwicklung fortsetzen könne. Trianel betonte am Freitag jedoch, dass eine Entscheidung erst im dritten Quartal fallen würde.

„Trianel arbeitet mit zweierlei Maß. Es gibt eine interne und eine offizielle Wahrheit“, kritisiert die BI auf Nachfrage der DZ. Die Bürgerinitiative spricht von „Vorratshaltung“. Trianel wolle mit dem Bonus „Stadtwerkeverbund“ eine Änderung des Regionalplanes erreichen. „Später könnten sie die Planungen dann gewinnbringend an andere Interessenten verkaufen“, sagte Christoph Pranter, der Sprecher der Initiative. Der Firma Trianel wirft die Initiative vor, dass sie die Regionalratsmitglieder, die am Freitag über die Änderung des Regionalplanes entscheiden, „vorsätzlich falsch informiert“ habe.

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